Rheintaler, 01. Juni 2013 / Bild & Text: Monika von der Linden
Sinnige Dialoge unter Narren

HEERBRUGG. Das Schulhaus Am Bach stand am Donnerstag für zwei Stunden nicht in Heerbrugg, sondern in Schilda. Diesen Wechsel schafften die Schildbürger vom «Sonnenberg». Ein altersdurchmischtes Projekt mit beachtlichen Leistungen.
MONIKA VON DER LINDEN
Wer kennt sie nicht, die dümmlich anmutenden Anstrengungen der Bewohner Schildas. Sie bauen ein Rathaus und brauchen die längste Zeit, bis sie merken: Es ist dunkel, weil sie vergassen, Fenster einzubauen. Mit Kübeln und Säcken versuchen sie, das Rathaus zu erhellen. Sie bleiben chancenlos. Je bekannter eine Geschichte, desto schwieriger ist es, sie ansprechend auf der Bühne darzustellen. Dies gilt erst recht, wenn das Ensemble ein grosse Altersspanne hat – von der ersten bis zur sechsten Klasse.
Stärken zeigen
Den Lehrkräften vom Schulhaus Sonnenberg (Primarschule Au-Heerbrugg) gelang es, die 80 Schülerinnen und Schüler als eine homogene Gruppe auftreten zu lassen. Für jeden gab es eine dem Talent und Alter entsprechende Rolle – als Erzählerin, als Mitglied im Schülerchor oder mit einer Sprechrolle. Auffallend natürlich wirkten die Gespräche unter den Schildbürgern – fast, als ob ihnen die Passagen erst eingefallen oder die Ideen gekommen wären.

Vier Stimmen von der Bühne
Unsere Zeitung sprach nach der Aufführung «d' Schildbürger» mit vier Darstellerinnen und Darstellern. Sebastian Friedlein ist als Erstklässler der Jüngste von ihnen. Wie ein echter Schildbürger sieht er aus – mit Lederhose, coolem Hut und verschmitztem Lächeln. Die Aufführung sei für ihn sehr spannend gewesen. «Ich war ein bisschen nervös und es hat mir Spass gemacht», sagte er. Die Frage, ob er mit sich zufrieden sei, beantwortete er: «Ich habe es gut gemacht.» Auf die Fünftklässlerin Marketa Dokulil, die Erzählerin, waren alle Scheinwerfer und Augen gerichtet. «Das waren schon viele Leute. Ich habe im Publikum meinen Vater gesucht. Er war für mich eine grosse Unterstützung. Er hat mir geholfen, weil er da war», sagte sie. Philippe Waser stand das erste Mal auf solch einer grossen Bühne wie auf der in der Aula des OMR-Schulhauses Am Bach. «Ich fand es lustig, in einem grossen Chor zu singen», sagte der Zweitklässler. «Das Beste war, als alle Knaben als Chor auf der Bühne standen.» Warum? «Weil es nur Knaben waren.» Nicola Bischof war als Sechstklässler der Älteste im Bunde. Wenn er einmal etwas Falsches gesagt oder gesungen habe, sei es ihm schwergefallen, nicht zu lachen. «Ich habe es aber geschafft», sagte er.